Zahlt es sich aus, einen Verbrenner zu einem E-Auto umzubauen? Oder sollte man doch lieber auf den passenden Neuwagen warten? 
Auto umrüsten. Was muss man tun? Foto: Fancycrave.com
Einige Unternehmen und auch Privatpersonen treffen mittlerweile die Entscheidung: Wir steigen auf ein E-Auto um. Wie jeder andere Umstieg geht aber auch dieser nicht ohne Kosten einher. Und gerade die Neuanschaffung eines E-Autos ist gegenwärtig noch höher als bei einem vergleichbaren Verbrenner. Hinzu kommen die berüchtigt hohen Wartezeiten beim E-Auto-Kauf und die aktuell noch kleine Auswahl im Sortiment.  

Bisher finden sich unter den verfügbaren E-Autos zum Beispiel weder ein Pick-Up noch ein Kombi. Auch nach wirklicher Auswahl bei Kleinwägen sucht man gegenwärtig noch vergeblich. Was also, wenn man das alte Auto nicht hergeben will, weil keine passende Alternativ mit E-Motor am Markt ist oder weil es mit vielen Emotionen und Erinnerungen behaftet ist? 

Die Lösung liegt nahe: Das alte Auto umbauen. Aber rechnet sich eine Umrüstung überhaupt? 

Umrüstung erklärt
Bei einer Umrüstung von einem Verbrenner zum Stromer bleiben Karosserie und Innenausbau gleich. Sämtliche Bauteile allerdings, die man bei Diesel und Benzin noch gebraucht hat, weichen neuen. Motor austauschen, Tank, Auspuffrohr und Katalysator abmontieren und ersetzen Batterien, Motor-Adapter für das Getriebe und noch mehr.  

Hört sich nach einer komplexen Angelegenheit an und ist es auch. Deshalb sollten Leute ohne eine entsprechende Ausbildung – Mechanik, Maschinenbau, Elektrotechnik oder vergleichbares – lieber die Finger davon lassen. Stattdessen kann man sich in so einem Fall an Werkstätten wenden, die sich auf solche Umbauten spezialisiert haben.  

Anbietende und Kosten
Zu diesen Anbietenden gehören mitunter ecap-mobility, Ripower, Murschel Electric Cars, Lorey Maschinenbau und Fleck Machines. Hier kann man das Bestandsfahrzeug hinbringen, sie besehen sich die Lage und können einem dann unter anderem sagen, wie aufwendig und teuer so eine Umrüstung wäre. 

Die Unterschiede sind hierbei enorm und eine Vielzahl an Faktoren spielen hinein. Wie groß soll die Reichweite sein, die man erreichen will? Welche Ladeleistung braucht es? Wie viel Zuladung will man mindestens noch haben in Relation zum höchsten zulässigen Gesamtgewicht? Welche Geschwindigkeiten will man erreichen und wie ist der Zustand des Autos generell? 

Diverse Kostenpunkte
Hinzu kommt, dass sich manche Autos grundlegend einfach besser für einen Umbau eignen als andere. Einerseits hängt das mit dem Platz für Batterien zusammen, andererseits aber auch mit dem Baujahr des Autos. Hier gilt entgegen der Annahme: Alles vor 2002 lasse sich ein wenig leichter umbauen. Die Logik dahinter: Je mehr Elektronik verbaut ist, desto aufwendiger ist es auch, ein Auto umzubauen. 

Neben dem benötigten Material und dem Arbeitsaufwand gibt es noch zusätzliche Kosten, auf die man sich einstellen kann. So braucht es in Österreich ein TÜV-Gutachten für das umgebaute Auto (etwa 1.000 €), eine Zulassung bzw. Einzelgenehmigung (ca. 150 €) und in manchen Bundesländern auch eine sogenannte elektromagnetische Verträglichkeitsprüfung (etwa 5.000 €). 

Variablen en masse
Insgesamt können so recht hohe Kosten für den Umbau entstehen, auch wenn man die alten Bauteile noch verkaufen kann. Genaue Zahlen lassen sich durch die vielen unterschiedlichen Variablen nicht finden. Ripower gibt Kosten ab 15.000 € an. Andernorts findet man Kostenpunkte zwischen 5.000 € und 15.000 € allein für das Material. Realistischerweise sollte man vom oberen Ende des Spektrums ausgehen, für genaue Angaben kann man sich ein Angebot einholen. 

Letzten Endes bleibt die Frage, ob sich eine Umrüstung von Verbrenner auf Stromer überhaupt rechnet, relativ offen. Es hängt ab von den eigenen Bedürfnissen, den eigenen Wünschen und in manchen Fällen auch von der technischen Machbarkeit ab und muss für sämtliche Fahrzeuge eigens angedacht werden. (flb)

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