Kommentar von Herbert Starmühler
Herausgeber e:mobil Magazin
Die Angst geht um in der Auto-Branche: Nun wird nur noch die Arbeitsplatz-Karte gespielt, wenn es darum geht eigene Versäumnisse zu kaschieren.
Man entdeckt beim Peugeot iOn eine Reichweite von 50 - 100 km, je nach Fahrweise. Abb.: Peugeot
Was muss in einem Automanager wie Carlos Tavares vorgehen? Hat er den Überblick gewonnen oder verloren? Treibt ihn die nackte Angst um vor den Prügeln der Börse, die da kommen mögen? Sind die Bonis bald perdu oder hat er einfach keinen Plan? 
Carlos Tavares ist der Chef des französischen Autoriesen PSA (Peugeot Société Anonyme) mit Marken wie Peugeot, Citroen oder Opel. Er hat kürzlich in einem Interview mit dem französischen Figaro bekanntgegeben, dass die Entscheidung des Straßburger EU-Parlaments zur Reduzierung der CO2-Emissionen in Europa 13 Millionen Arbeitsplätze in der Automobilbranche bedrohen wird. 

Bremsen statt Strom geben
Dies geschehe durch die Vorgaben der Mitgliedsstaaten, die sich im Dezember mit dem EU-Parlament geeinigt haben, die Emissionen der Kraftfahrzeuge bis 2030 um 37,5 Prozent zu reduzieren. So macht sich eine Branche selbst kaputt. Mindestens ein Jahrzehnt hatte man Zeit, um sich umzustellen: Weg vom Diesel, hin zur Elektromobilität. Weg vom Verbrennungsmotor, hin zu alternativen Antrieben, wenn es sein soll auch mittels Brennstoffzellen-Technologie. 

Wo sind die Autos?
Aber wo sind denn heute die Elektroautos von PSA, Herr Tavares? Interessant in dem Zusammenhang, wie die Tageszeitung die Welt schon 2017 schrieb: "Ab 2019 wird PSA sein Portfolio um vier E-Autos ergänzen, die größten Stückzahlen erhofft man sich in der Kompaktklasse." Und weiter: „Wir sind ab 2023 in der Lage, 85 Prozent der dann produzierten Fahrzeuge elektrifiziert anzubieten“, sagt Konzernchef Carlos Tavares, schickt aber auch gleich eine Einschränkung hinterher: ,Nur, wenn die Marktvoraussetzungen stimmen'.“ Nun, die Marktvoraussetzungen stimmen, die Leute würden kaufen – allein PSA (und die meisten anderen) liefert nicht.  Das einzige erhältliche E-Modell von Peugeot ist der nun schon in die Jahre gekommene iON: Die Reichweite beträgt laut Website 100 km – könne sich aber "je nach Fahrweise" um bis zu 50 km reduzieren. Also gut: DAFÜR gibt es 2019 tatsächlich keinen Markt mehr. 
Tavares bekommt laut Presseberichten mehr als 6,5 Millionen Euro Jahresgage. Ganz schön viel eigentlich für so viel – berechtigte – Zukunftsangst.
Herbert Starmühler

Dr. Herbert Starmühler

Herausgeber e:mobil Magazin

ist Herausgeber verschiedener Fachmagazine im Bereich Technik, Architektur, Energieeffizienz und Mobilität, u. a. energie:bau, e:mobil und holzmagazin. Als seit Jahren leidenschaftlicher Tesla-Fahrer und Sonnenenergie-Empfänger ist der Journalist jederzeit für innovative Ideen zu begeistern und holt sich beim Networken gerne Inspiration für neue Projekte.

Kommentare  

#2 Lieber Energierebell, 2019-03-13 15:27
vollkommen richtig. Diese zögerliche, ängstliche, abwehrende Haltung treibt immer mehr Menschen auf die Straße. Siehe https://www.fridaysforfuture.org/events/list

lg
Herbert Starmühler
#1 energtierebell 2019-03-04 21:44
man braucht sich um keine Arbeitsplätze fürchten genau umgekehrt genau deshalb wird die Deutsche Automobilindust rie samt Zulieferer Pleite machen Deutschland als weltweiter Technologieführ er mit hervorragendste r Ingenieurskunst hat es mehr als sträflich verabsäumt auf E-Mobilität zu setzen und könnte weltweiter Vorreiter UND Anbieter von bester hochwertigster E-Antriebstechn ologie als auch in der Speichertechnol ogie sein. es ist für mich mehr als eine Schande und bedenklich, wenn die Deutsche Politik auf "Betteltour" nach China fährt um die Einführung der E-Mobilität in China hinaus zu zögern,..anstat t diese enorme Chance zu nutzen, E-Technologie dort an zu bieten, doch das ist bereits Geschichte,.... .. man verbaut sich die eigene Zukunft !! 300 Mio einspurige E-Fahrzeuge sowie über 200.000 Elektrobusse sind in China auf den Straßen, während die einen bereits in der Luft sind und fliegen, diskutieren wir noch immer ob das Fliegen überhaupt möglich ist

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