Wie wird sich das Ladenetz für E-Autos in der nächsten Zeit entwickeln. e:mobil wirft einen Blick auf die nächsten Pläne der Betreibenden.  
Superschnelllader von IONITY werden bald in ganz Europa auf Nutzende warten. Foto: IONITY
Einer der häufigsten Kritikpunkte an der E-Mobilität ist der angebliche Mangel an öffentlichen Ladestationen. Dieser ist zum Teil dabei nicht einmal weit hergeholt und sowohl am Land als auch in Städten gibt es trotz insgesamt 5.000 Ladepunkten in Österreich überraschend leere Flecken zwischen den abgedeckten Bereichen.  

Noch befinden wir uns aber in der frühen Phase der Technologie, was heißt: Der Ausbau geht immer weiter voran. Einige etablierte Mitspielende haben für die nächsten Monate und Jahren auch konkrete Pläne angekündigt, die das Netz dichter, stabiler und zugänglicher machen sollen. Hier einige der interessantesten Punkte: 

Ionity
IONITY kündigte kürzlich an, ein flächendeckendes Schnellladenetz über 13 europäische Länder zu errichten, bestehend 340 ultra-schnellen Ladestationen mit 350 kW Leistung. Das Investitionsvolumen für das Joint Venture von BMW, Ford, Daimler und dem Volkswagen Konzern beträgt dabei knapp 200 Mio. €.  

Diese Ladestationen sollen die zentralen Netzwerk-Korridore in Europa erfassen. Diese werden als die sogegannten TEN-T-Korridore bezeichnet und führen an mehreren Punkten auch durch Österreich. Salzburg, Bregenz und Eisenstadt sind laut der Karte der Europäischen Kommission die einzigen Landeshauptstädte, die nicht auf einem davon liegen.  

Wo genau diese 350 kW-Lader entstehen werden, geht aus den Angaben von Ionity noch nicht hervor, aber es gibt schon jetzt mehrere Ladestationen von IONITY in Österreich.  

Tesla
Nicht nur die klassischen Autobauenden investieren fleißig in die eigene Ladeinfrastruktur, auch Tesla steckt Geld in den Ausbau seines Supercharger-Netzes in Europa. Die Pläne sind hochgesteckt: Noch dieses Jahr will Musk 100 % Abdeckung in Europa schaffen. Genauer heißt das, es soll Supercharger in Reichweite von fast der gesamten Bevölkerung Europas geben.  

Das sind aber nicht die einzigen Änderungen. So hat Tesla auch angekündigt, dass die Supercharger ein Upgrade bekommen und in ihrer dritten Version künftig mit 150 kW laden werden. Außerdem gibt es eine Umstellung bei der Abrechnung. Anstelle von Minuten verrechnet Tesla künftig nach geladenen kWh. 0,40 ct/kWh um genau zu sein. Und auch von einer Öffnung für andere Marken ist Tesla nicht abgeneigt, auch wenn es hierzu noch keine konkreten Pläne gibt.  

Asfinag
Kleinerer Kontext als zuvor, aber auch in Österreich gibt es Entwicklungen. Die Asfinag treibt den aktuellen Ausbau weiter voran. Während man letztes Jahr das Ziel erreichte, mindestens alle 100 Autobahn-Kilometer einen Schnelllader zu errichten, sollen 2019 weitere hinzukommen. Konkret: 5 Stück mit mindestens 50 kW Leistung.  

Lidl
Auch in der Privatwirtschaft spielt der Ausbau eine Rolle. So zum Beispiel beim Diskonter Lidl, der in Deutschland rund 400 Filialen mit Ladestationen ausgestattet sehen möchte. In Österreich gibt es aktuell übrigens 40 Lidls mit einer Ladestation, zum weiteren Ausbau sind keine Pläne bekannt.  

Bundesländer
Abschließend noch ein Blick auf die österreichischen Bundesländer: Hier gibt es aber so gut wie keine konkreten Pläne. Wien will bis 2020 1.000 öffentliche Ladesäulen anschließen. Niederösterreich unterstützt Projekte immerhin finanziell. (flb)

Kommentare  

#4 A.Otahal,Obmann ThermeMobil 2019-05-03 16:39
Die ostösterr. EVU´s als Betreiber der meisten öffentlichen Ladesäulen scheinen den Bezug zur Realität verloren zu haben: Durch die Zeitabrechnung zahlen die Bsitzer einphasig ladender e-Autos (das sind alle außer Renault ZOE,Tesla und Mercedes) bei öffentlichen Ladesäulen bis zum fünffachen des Ladungspreises, den man zu Hause zahlt - umgerechnet oft über EUR 1,--/kWh!!!
Wo bleibt da die Kontrolle der hohen Politik, die noch dazu die Errichtung dieser sündteuren "Denkmäler" großzügig mit Steuergeld fördert? Jedes Wort der verantwortliche n Politiker hinsichtlich rascher Mobilitätswende wird damit absolut unglaubwürdig!
Die "armen" EVU´s verdienen mit jedem neuen e-Autofahrer sowieso jährlich mehrere hundert EUR an Stromkosten, die sonst in Benzin fließen würden!
#3 Theophil 2019-05-03 15:18
Das Verrechnen nach Zeit (min) ist eine ziemliche Gaunerei, die vielen nicht bewusst ist. Hat der Akku nur mehr 20% dann fließen die kW flott hinein (bei mir privat mit 10,5kWh), hat der Akku schon 90%, dann fließen nur mehr 3-4kWh. Wird da nach Zeit abgerechnet zahlt man für das kW ziemlich teuer d'rauf. Ich tanke ja Diesel/Benzin auch nach Liter und nicht nach Minuten. Wien Energie hat ja wieder auf Zeitentgelt zurückgestellt - Schade auch.
#2 @ RasiK 2019-05-03 09:29
Guten Tag,

Natürlich sind die Verrechnung und auch die vielen Anbieter mit unterschiedlich en Rechnungen ein wichtiges Thema. In den Augen jener, die noch nicht der emobilen Community sind, steht allerdings der Mangel an Infrastruktur immer noch weit oben und gerade in der Peripherie ist das tatsächlich ein erkennbares Problem.

Es müssen also beide Probleme gelöst werden und genauso haben auch beide Themen absolute Relevanz und verdienen Platz in diesem Magazin. Für bestehende Emobilisten sind natürlich die Fragen der Abrechnung wichtiger. Wir widmen dem Thema dementsprechend auch Platz: https://www.emobil-magazin.at/gemeinden/3011-wien-energie-geht-wieder-auf-zeitabrechnung-beim-laden

Viele Umsteigende müssen aber erst einmal sehen: Ich kann überhaupt umsteigen.

Vielen Dank auf jeden Fall für Ihren Beitrag.
Beste Grüße aus der Redaktion.
#1 RasiK 2019-05-02 18:48
Sorry aber total am Thema vorbei. Wer beklagt sich in 1.Linie über das Ladenetz. Der Tarif Irrsinn ist das Thema, welches alle E-Mobilisten am meisten bewegt. Hier bedarf es dringend einer Regulierung und eine für jeden klar ersichtlich Preisauszeichnu ng. Ich weiß schon nicht mehr wieviel Apps, Karten und Verträge ich noch brauch um quer durch Österreich zu kommen. SMATRICS ist in der Comunity so oder so unten durch ob ihrer Tarife. Was bleibt sind Preisunterschie de an ein und der selben Säule von bis zu 300%. So hat die E-Mobilität keine Chance die Masse zu begeistern.

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