Lange diskutiert, jetzt ist es soweit: Die beiden Kontrahenten im Bereich der Ladenetze in Österreich haben sich auf eine gemeinsame Abrechnung verständigt. Damit stehen nun 3.500 Ladepunkte mit einer Karte zur Verfügung.
So "handgestrickt" kann es nicht weiter gehen: Nun gibt es eine Ladekarte für 3.500 Ladepunkte in Österreich. (Foto: Starmühler)
So "handgestrickt" kann es nicht weiter gehen: Nun gibt es eine Ladekarte für 3.500 Ladepunkte in Österreich. (Foto: Starmühler)
Kartenspielen ist an und für sich kein übler Zeitvertreib. Wer jedoch vor einer Ladesäule erst seinen Trumpf auspielen muss – und vielleicht das richtige Blatt nicht hat – ist in der Regel nicht erfreut. Genau das aber erleben heimische Elektrofahrer täglich.

Es existieren verschiedene Anbieter mit verschiedenen Karten, Tarifen und Systemen. Während man an die konventionellen Tankstellen heranfahren kann und nur zwischen Diesel und Super zu entscheiden hat, ist es bei den elektrischen Säulen kompliziert... 

Einigung nach vielen Diskussionen
...gewesen. Denn nun haben sich die beiden großen österreichischen Anbieter geeinigt. Die Infrastrukturen von Smatrics und BEÖ können mit einer Karte bezahlt werden. Hinter Smartrics stehen die Verbund AG, die OMV und Siemens. Der BEÖ (Bundesverband Elektromobilität Österreich) umfasst die Landesenergieversorger. Wer also in Wien zum Beispiel mit der "Tanke"-Karte bezahlt, kann nun nicht nur in Niederösterreich bei den EVN-Säulen damit bezahlen, sondern auch an den – meistens schnelleren – Ladestellen von Smatrics.

"Einziges Hochleistungsnetz"
Laut Eigendefinition auf der eigenen Website ist das Smatrics-Netz "Österreichs einziges flächendeckendes Hochleistungs-Ladenetz. Mehr als 435 Ladepunkte stehen heute bereits zur Verfügung. Davon sind rund 210 Highspeed Ladepunkte mit Leistungen von 43 bzw. 50 kW – ca. alle 60 km entlang der Autobahnen und in Ballungszentren. Für Vollladungen in 20 Minuten."

"Größtes Ladenetz"
Der BEÖ beschreibt sein Netz so: "Alle 30 Kilometer eine Ladesäule. Das Netz von öffentlichen E-Ladestationen ist im Jahr 2018 stark angewachsen. Insgesamt gibt es derzeit knapp 5.000 öffentlich zugängliche Ladepunkte. Rund 3.000 davon im BEÖ-Netz, dem größtem Ladenetz Österreichs. Erfasst werden darin sämtliche öffentliche Ladepunkte von Betreibern wie Energieunternehmen, Supermärkten und Hotels. In der Zahl nicht enthalten sind private Lademöglichkeiten."


Zum Ladenetz des BEÖ.

Zum Ladenetz von Smatrics.

Kommentare  

#9 RasiK22 2019-05-17 17:33
... Und die ersten erhöhen schon und das Recht dreist > KELAG
Meine Güte, ist es so schwer, kWh zu verkaufen und nicht Zeit für die ich je Lust und Laune, einmal soviel und das andere Mal soviel bekomme. So ein Geschäftsmodel gehört vor den Konsumentenschu tz!
#8 Franz 2019-05-17 08:19
Bei diesen Preisen sicher kein e-Auto.
#7 Florian Born_Redaktion 2019-05-16 13:28
Guten Tag!

@ RasiK22 und Manfred Stummer:
Die Abrechnung ist in jedem Fall ein Thema, das behandelt gehört. Ihr Input wird auch jedenfalls gehört.

@ Markus:
Die abgebildete Ladestation ist tatsächlich nicht brandaktuell, das verdeutlicht aber nur die Bild-Unterschri ft, die nach Veränderung verlangt.

@ E-Lisa und i3Herb:
Gerade eben erschien ein aktueller Artikel zu genau diesem Thema: https://www.emobil-magazin.at/gemeinden/3022-koestinger-wir-setzen-voll-auf-elektromobilitaet

@ThermeMobil:
Die Förderung und die Finanzierung von öffentlichen Ladesäulen sind elementare Themen, denen genaue Kalkulationen vorangehen, die der Öffentlichkeit leider nicht immer zur Verfügung stehen. Selbiges gilt für die Nutzungsdaten. Beides wären aber durchaus interessante Themen für eigene Artikel.

Beste Grüße aus der Redaktion
#6 ThermeMobil 2019-05-16 10:07
Dafür hat man 5 Jahre gebraucht? Aber die sauteuren Ladesäulen verwendet man sowieso nur im äußersten Notfall und die Fr. BM Köstinger läßt über ihren Ombudsmann ausrichten, dass sie auf die "Geschäftsmodel le" der Anbieter nicht Einfluß nehmen kann. Dann soll sie diese teuren Denkmäler aber auch nicht mit unserem Steuergeld fördern!!! Wie soll da die breite Masse je zum Umstieg auf e-Mobilität bewegt werden???
#5 Manfred Stummer 2019-05-15 16:51
Ich schließe mich #1 RasiK22 mit der Forderung nach einem FAIREN kWh-basierten-A brechnungssyste m an.
Leider sind auf diesem Ohr ALLE taub.
Auf die Beantwortung meiner Protestnote bei BEÖ vom Jänner d. J. warte ich trotz 2 maliger Nachforderung bis dato.
Auf Anfragen im Wirtschafts- sowie im Umweltministeri um, bei Europakonsument und bei E-Control erhielt ich unisono die Antwort: NICHT ZUSTÄNDIG!!
Bei so viel Unzuständigkeit fehlen mir die Worte.
Vielleicht erkennt doch irgendwann jemand, dass es nicht korrekt sein kann, wenn ich an der 22 kW-Ladesäule mit meinem Ioniq nur 6,6 kWh Strom (1-phasige Ladung!) erhalte, aber für 22 kWh zu bezahlen habe.
Da ist nicht selten ein Betrag von deutlich über 1 Euro/kWh zu bezahlen, bei einem Handelspreis von wenigen Cent/kWh!
#4 E-Lisa 2019-05-15 15:39
Wäre großartig! Aber wo gibt es dazu nähere Infos ab wann das gilt? Ich finde weder bei BEÖ noch bei Smatrics dazu etwas.
#3 i3Herb 2019-05-15 15:01
Frage ist, zu welchen Konditionen kann ich mit der Smatrics-Karte an einer EVN-Ladestation laden?
Bei Turmöl ist es so, das Smatrics einen Aufschlag von ca. 35 Cent pro Minute verrechnet. Wie schaut das bei EVN-Ladestellen aus?
#2 Markus 2019-05-14 19:26
Tolles Foto einer "Ladestation". Sehr realitätsfremd. Die gibts schon lange nicht mehr wirklich. Da gäbe es wohl bessere Beispiele.
#1 RasiK22 2019-05-14 18:53
Das klingt ja schon etwas besser. Denn nur gemeinsam schaffen wir den Klimawandel.
Die Frage und die größte Aufgabe bleibt aber, es endlich in Österreich zu schaffen, ein für alle faires und einfach zu handhabendes, kWh passierte Abrechnensystem im neuen Verbund zu schaffen. Genau da aber habe ich ob der aktuellen Entwicklungen größte Zweifel (Stichwort Roming) Mal schauen, was aus diesem zarten Pflänzchen wird.

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