Kommentar von Sandra Gloning
Projektleiterin, Chefredakteurin e:mobil
James Bond fährt in seinem neuen Film 2020 ein E-Auto. Wieso das kein Zufall ist, und was man daraus lernen kann.
Bild: Aston Martin
Schon im nächsten Jahr kommt der neue James Bond-Film. Wir mussten lange genug darauf warten und Gerüchten zufolge wird es auch der letzte mit Daniel Craig sein (zugegeben mein Lieblingsbond). 2020 ist es also soweit – James Bond bestreitet sein 25. Abenteuer – und das in einem E-Auto.

Man kann über die James Bond-Serie denken, was man möchte. Aber was sich nicht bestreiten lässt, ist, dass die Filmserie schon früher mit den Zeichen der Zeit ging und die Filme an die jeweiligen gesellschaftlichen Veränderungen anpassten.

Um einige Beispiele zu nennen:

Bondgirls: Bereits im ersten Film mag man das Gefühl haben, dass die Bondgirls in den Filmen stetig von den Männern unterdrückt und nur zur optischen Aufwertung in den Filmen sind. Man sollte das aber in Bezug zu der jeweiligen Zeit betrachten. So ist das erste Bond Girl „Honey Rider“ vielleicht für die heutigen Zeiten nicht besonders emanzipiert. Sieht man sich aber an, dass sie 1962 eine Frau war, die von keinem Mann finanziell abhängig war, wirft das schon ein ganz anderes Licht auf sie. 

Aids: Rund um 1980 waren Aids und HIV-Infektionen ein großes Thema. Es gab umfassende Aufklärungsprogramme und auch die Regisseure von James Bond reagierten entsprechend darauf. Sie schraubten die Sexualpartnerinnen des Helden für diese Zeit massiv zurück, teilweise sogar auf eine pro Film.

Chefin MI6: Ein weiteres Beispiel ist Bonds Chefin M. Diese wurde als Frau porträtiert – anders als in den Büchern. Diese Entscheidung fiel kurz nach der Zeit, als Stella Rimington den MI5 in London übernahm. Auch hier ging man mit den Zeichen der Zeit, auch wenn diese durch den cineastischen Tod von Judy Dench wieder verloren ging.

Der Fakt, dass James Bond in dem nächsten Film nun also in einem E-Auto seine Schurken jagt, sollte uns vielleicht zu denken geben. Klar ist: Er wird damit genauso stilsicher sein, wie bisher. Der Aston Martin Rapide E, den Bond wahrscheinlich fahren wird, hat 450 kW, eine Spitzengeschwindigkeit von 250 km /h und beschleunigt von 0 auf 100 in vier Sekunden.  
Ich denke also, das sollte reichen um alle Bond-Fans zufrieden zu stellen. Es ist unwahrscheinlich, dass unter der Entscheidung für ein E-Auto der Stil, die Action oder die Story leiden wird, die Fans so lieben.

Was aber auch klar ist: Diese Entscheidung spiegelt die aktuelle Entwicklung der Welt wider. Und an wem diese bisher komplett vorbeigegangen ist, dem empfehle ich den nächsten Bond-Film. Denn die Macher von James Bond wissen, was sie tun. Und wenn sie sagen, es ist die Zukunft. Dann ist es die Zukunft.
Sandra Gloning

Sandra Gloning

Projektleiterin, Chefredakteurin e:mobil

kennt als Chefredakteurin bei energie:bau, holzmagazin und e:mobil die aktuellen Entwicklungen von Mobilität, Architektur, Energie, Bau und Klima.

Kommentar schreiben

Wir verwenden Cookies, um unsere Webseite benutzerfreundlicher zu gestalten. Wenn Sie diese Webseite nutzen, akzeptieren Sie die Verwendung von Cookies.